Volkswagen kündigt bei Hauptversammlung Umbau an: 50.000 Stellenstreichungen in Deutschland, weltweit 3 Millionen weniger Kapazität, erstmals seit 88 Jahren Schließung eines Werks im Inland

Volkswagen-Konzernchef Oliver Blume hat auf der Hauptversammlung am 18. Juni offiziell das Personalumstrukturierungs- und Kostensenkungsprogramm vorgestellt. Die Kernmarke Pkw wird bis Ende dieses Jahres in Deutschland 19.000 Stellen abbauen und bis 2030 insgesamt 28.000 Stellen streichen – dieses Ziel gilt als verbindliche Vorgabe. Zusammen mit Audi, Porsche, der Softwaretochter CARIAD und allen anderen Geschäftsbereichen wird der Stellenabbau in Deutschland bis 2030 voraussichtlich rund 50.000 Stellen umfassen. Laut einem Bericht von Sina Tech erfolgt die Entlassungswelle hauptsächlich über freiwillige Abgänge, Vorruhestand und natürliche Fluktuation. Mit rund 28.000 Mitarbeitern wurden bereits Aufhebungsverträge vereinbart; Massenentlassungen sind nicht vorgesehen.

Auf der Produktionsebene wird die weltweite Jahresproduktionskapazität von 12 Millionen auf 9 Millionen Fahrzeuge reduziert, in Deutschland um 730.000 Einheiten. Im Stammwerk Wolfsburg wird die Zahl der Produktionslinien von vier auf zwei reduziert, in Zwickau und Emden wird jeweils eine Linie gestrichen. Das Gläserne Manufaktur Dresden wird endgültig stillgelegt – es ist das erste inländische Volkswagenwerk, das seit 88 Jahren in Deutschland geschlossen wird. Das Management räumt ein, dass Kostensenkungen allein nicht ausreichen, um rentabel zu werden. Das Unternehmen werde die Reformen in einem herausfordernden Marktumfeld fortsetzen, um bei stabilem Absatzvolumen solide zu wirtschaften.

Sina Tech