Das Statistische Bundesamt veröffentlichte Ende Januar Daten, wonach die Gesamtbevölkerung Deutschlands im Jahr 2025 auf rund 83,5 Millionen sank – ein Rückgang von etwa 100.000 Menschen gegenüber Ende 2024. Dies ist der erste substantielle Bevölkerungsrückgang seit 2010 (das Pandemiejahr 2020 ausgenommen). Bei den Geburten kamen 2025 rund 654.300 Kinder zur Welt – ein Minus von 3,4 % im Vergleich zum Vorjahr, der vierte Rückgang in Folge und der niedrigste Wert seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Zahl der Sterbefälle lag bei etwa 1,01 Millionen, das Geburtendefizit betrug 352.000 Menschen – die größte Lücke seit dem Krieg. Laut Statistischem Bundesamt wird der Netto-Rückgang der Gesamtbevölkerung durch einen Doppeleffekt getrieben: Das Geburtendefizit vergrößerte sich weiter, während die Nettozuwanderung von rund 430.000 Personen im Jahr 2024 auf schätzungsweise 220.000 bis 260.000 Personen einbrach – ein Rückgang von über 40 %. Damit konnte die Zuwanderung das Geburtendefizit erstmals seit 2020 nicht ausgleichen. Regional betrachtet sank die Geburtenzahl in den ostdeutschen Bundesländern um 4,5 %, in den westdeutschen um 3,2 %. Das einzige Bundesland mit einem Geburtenplus war Hamburg.
Als Ursache für die demografische Entwicklung nennt das Statistische Bundesamt die sinkende Geburtenrate der letzten Jahre, die unter anderem auf die geringe Zahl deutscher Frauen in der Haupthochaltersphase (25 bis 35 Jahre) zurückzuführen ist – da nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 die Geburtenrate Anfang der 1990er Jahre stark einbrach, befindet sich diese geburtenschwache Generation nun im gebärfähigen Alter. Der Rückgang der Zuwanderung stehe in direktem Zusammenhang mit der Politik der Regierung von Kanzler Merz, die seit ihrem Amtsantritt im Mai 2025 die Grenzkontrollen verschärft und die Asylbedingungen strenger gefasst hat. Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Joachim Nagel, warnte, der demografische Wandel sei „eine der größten Herausforderungen unserer Zeit“. 83 % der deutschen Bürger sind der Ansicht, dass die gesetzliche Rente nicht zum Lebensunterhalt im Ruhestand ausreicht. Der vom Bundesminister für Wirtschaft und Energie vorgeschlagene Plan, das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre anzuheben, hat innerhalb der Koalition bereits für heftige Kontroversen gesorgt.