Masayoshi Son, CEO von SoftBank, erklärte am 1. Juni in einem CNBC-Interview in Paris, dass der Umfang der aktuellen KI-Revolution „nicht nur zehnmal so groß ist wie der Internet-Boom, sondern wahrscheinlich das 50-fache erreichen wird“. Er nannte sie „die größte technologische Veränderung in der Geschichte der Menschheit“ und sagte, „die heutige KI-Entwicklung gleicht der Anfangsphase des Internets“. Am selben Tag nahm er gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron an einer Pressekonferenz teil und kündigte offiziell an, dass SoftBank bis 2031 im Norden Frankreichs (Hauts-de-France) einen KI-Rechenzentrumscluster mit einer Gesamtrechenleistung von 3,1 Gigawatt errichten wird. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf 75 Milliarden Euro (etwa 87 Milliarden US-Dollar) und umfasst Standorte in Dünkirchen, Bosquel und Bouchant. In Dünkirchen wird zudem gemeinsam mit Schneider Electric ein großes Industrie-Produktionszentrum entstehen. Es handelt sich um SoftBanks bisher größte KI-Infrastrukturinvestition in Europa.
Son betonte, dass diese Europa-Investition hauptsächlich über Projektfinanzierung und nicht aus SoftBanks eigenen Mitteln erfolgt. Er verwies auf das 10-Gigawatt-Rechenzentrumsprojekt in Ohio (USA) als Beispiel für dieses Modell, bei dem langfristige Stromabnahmeverträge mit Kunden zur Hebelung externer Finanzierungen genutzt werden: „Der tatsächlich eingesetzte Eigenkapitalanteil ist extrem gering.“ Mit Blick auf Abwärtsrisiken verwies er auf die langfristige Aufwärtsentwicklung der Automobil- und Elektronikbranche nach dem Börsencrash von 1929 und meinte, selbst wenn der KI-Markt eine Korrektur erfahre, „wäre dies eine hervorragende Investitionsgelegenheit“. Was die Portfolio-Struktur betrifft, so verriet Son, dass OpenAI nur etwas mehr als 20 % des Nettowerts von SoftBank ausmache, während Arm mit über 50 % nach wie vor die größte Position sei. Er zeigte sich optimistisch hinsichtlich des bevorstehenden Börsengangs von OpenAI.