Die SoftBank Group (SBG) kündigte am 16. Juni auf einer Kundenveranstaltung in Tokio an, dass sie Finanz-, Informations- und Telekommunikationsunternehmen sowie andere Betreiber kritischer Infrastruktur in Japan mit KI-gestützten Abwehrmaßnahmen gegen Cyberangriffe unterstützen wird. Zum Einsatz kommt das hochmoderne Modell von OpenAI. Der Dienst bewertet zunächst die Cybersicherheitslücken von Unternehmen; später ist auch die Bereitstellung von Funktionen zum Schreiben von Patches geplant. Chairman und CEO Masayoshi Son erklärte auf der Veranstaltung: „KI-gestützte Cyberangriffe sind für Japan eine Krise, wie sie seit der Ankunft der „Schwarzen Schiffe“ nicht mehr dagewesen ist.“ Die SoftBank Group hat nicht bekannt gegeben, welche konkrete Modellversion verwendet wird. In einem Medieninterview vor der Veranstaltung sagte Son: „OpenAI hat bereits Vertrauensbeziehungen zu Regierungen und Unternehmen aufgebaut.“
Hintergrund dieser Ankündigung ist, dass das leistungsstarke KI-Modell Claude Mythos von Anthropic kürzlich aufgrund von Exportkontrollanordnungen der US-Regierung den Zugang von außerhalb einstellen musste. Es besteht die Befürchtung, dass ein Missbrauch ähnlicher Fähigkeiten zu Chaos bei Finanzinstituten führen könnte, und die verschiedenen Seiten intensivieren die Suche nach Lösungen. Die SoftBank Group umgeht diese Unsicherheiten zum Teil, indem sie auf das Modell von OpenAI setzt. Der Dienst wird bereits schrittweise den Zielbranchen vorgestellt; Anträge werden entgegengenommen.