Die SoftBank Group gab am 30. Mai bekannt, dass sie bis zu 75 Milliarden Euro (etwa 87 Milliarden US-Dollar) in den Bau von Rechenzentren in Frankreich investieren will. Ziel ist es, in Frankreich bis zu 5 Gigawatt Rechenleistung für Rechenzentren neu zu errichten und zu betreiben. In der ersten Phase sollen Rechenzentren in Dünkirchen (Loon‑Plage), Boussières und Bouchon gebaut werden, die bis 2031 eine Rechenleistung von 3,1 Gigawatt an die Region Hauts‑de‑France liefern sollen. SoftBank bezeichnet diese Investition als die bisher größte KI‑Infrastrukturinvestition in Europa. Der französische Wirtschaftsminister Roland Lescure beschrieb das Projekt in einer Erklärung als „einen Beweis für das Engagement von Präsident Macron, Frankreich zu einem erstklassigen Ziel für die gesamte Wertschöpfungskette der KI zu machen“.
SoftBank ist sowohl Investor von OpenAI als auch dessen Kunde. Diese massive Wette auf die KI‑Infrastruktur in Frankreich ist der jüngste Schritt in seiner globalen Strategie zum Ausbau von Rechenzentren. Zuvor hatte SoftBank bereits den Bau eines Rechenzentrums im US‑Bundesstaat Ohio angekündigt, zusammen mit einem neuen 9,2‑Gigawatt‑Erdgaskraftwerk zur Sicherung der Rechenleistung. Im Vergleich zu den zunehmenden Widerständen gegen den Bau von Rechenzentren in den USA (hauptsächlich aufgrund von Netzlast und Umweltbedenken) wird Frankreich dank seiner von Kernenergie dominierten sauberen Energieversorgung und der aktiven Anwerbungspolitik der Regierung Macron zum zentralen Schlachtfeld im Wettlauf um KI‑Infrastruktur in Europa.