CNN hat am 28. Mai beim United States District Court for the Southern District of New York Klage gegen die KI-Suchmaschine Perplexity eingereicht, weil diese angeblich ohne Genehmigung mehr als 17.000 CNN-Nachrichtenartikel, Videos und Bilder übernommen und an Nutzer konkurrierende Inhalte verteilt habe, die „mit dem Original identisch oder ihm im Wesentlichen ähnlich“ seien. In einer Erklärung hieß es von CNN, Perplexity sei „mehrere Dutzend Milliarden Dollar wert, profitiert aber vom Plagiat origineller Inhalte – das darf nicht erlaubt sein.“ Der Fall ist die erste Urheberrechtsklage von CNN gegen ein KI-Unternehmen und gilt auch als der erste derartige Fall eines US-Fernsehnetzwerks gegen ein KI-Unternehmen; CNN fordert eine einstweilige Verfügung sowie nicht genannte Schadensersatzzahlungen. Perplexitys Chief Communications Officer Jesse Dwyer entgegnete: „Fakten sind nicht urheberrechtlich geschützt.“
Variety berichtet unter Berufung auf eingeweihte Kreise, dass CNN und Perplexity zuvor bereits Verhandlungen über eine Lizenzvereinbarung geführt hätten, was darauf hindeutet, dass der Konzern die Regeln kannte und dennoch weiter Inhalte abgriff. Der Fall ist nach der New York Times, Dow Jones (der Muttergesellschaft des Wall Street Journal) und der New York Post ein weiteres Beispiel dafür, dass ein großes Medienunternehmen ein KI-Unternehmen verklagt. Er spiegelt den systemischen Konflikt zwischen Urheberrechtsschutz und kommerzieller Verwertung in der Medienbranche im Zeitalter der KI wider. Derzeit zeichnen sich in der Branche zwei parallele Wege ab: Einige Institutionen setzen auf rechtliche Schritte, andere hingegen schließen Lizenzvereinbarungen mit OpenAI, Google und anderen ab, um eine Entschädigung zu erhalten.