Alex Norström, Co-CEO von Spotify, verteidigte am 26. Mai in einem Interview mit der britischen ‚Financial Times‘ die Strategie seines Unternehmens zur Entwicklung von KI-generierter Musik. Er erklärte, im Gegensatz zu dem heutzutage im Internet weit verbreiteten, unregulierten ‚KI-Müll (Slop)‘ wolle Spotify der ‚legale‘ und ‚kontrollierte‘ Anbieter sein. Eine Woche zuvor, am 21. Mai, hatte Spotify auf seinem Investorentag bekanntgegeben, dass man mit Universal Music Group (UMG) eine Lizenzvereinbarung geschlossen habe: Demnach dürfen Nutzer KI-basierte Coverversionen sowie Remixe von Titeln teilnehmender Künstler erstellen. Dieses Tool wird als kostenpflichtiges Zusatzangebot für Premium-Abonnenten verfügbar sein; die beteiligten Künstler erhalten dabei eine Vergütung. Die Teilnahme erfolgt freiwillig, und die Vereinbarung umfasst sowohl Urheberrechte an Aufnahmen als auch an der Musikveröffentlichung. Am Tag der Bekanntgabe stieg der Aktienkurs von Spotify um 13 %.
Norström betonte, das gesamte Modell basiere auf drei Grundsätzen – ‚Einwilligung, Namensnennung und Entschädigung‘ – und solle sich damit von der bisher eher aggressiven Herangehensweise von KI-Musiktools wie Suno oder Udio abgrenzen, deren rechtliche Situation bislang unklar war – UMG hatte zuvor bereits eine Einigung mit Udio erzielt. Sir Lucian Grainge, Vorstandsvorsitzender und CEO von Universal Music Group, bezeichnete die Kooperation als ‚fanzentriertes Programm, das auf verantwortungsvoller KI beruht‘. Gustav Söderström, ebenfalls Co-CEO von Spotify, erklärte, der Wettbewerbsvorteil des Unternehmens liege darin, KI auf die exklusiven ‚Geschmacksdaten‘ der Plattform anzuwenden – nicht in der Entwicklung eigener großer Sprachmodelle. Bis zum ersten Quartal 2026 verzeichnete Spotify 761 Millionen monatlich aktive Nutzer, davon 293 Millionen Premium-Abonnenten in 184 Märkten. Das Unternehmen prognostiziert bis 2030 eine jährliche Umsatzwachstumsrate im zweistelligen Prozentbereich sowie eine Bruttomarge zwischen 35 % und 40 %. Konkrete Preise sowie der Starttermin des Tools wurden noch nicht bekanntgegeben.