China führt ein nationales Register ein: Jeder Humanoiden-Roboter erhält eine eindeutige digitale ID, mit der er von der Produktion bis zur Wiederverwertung verfolgt werden kann.

Laut dem staatlichen Fernsehsender CCTV startete China am 23. Mai ein nationales Programm, um jedem im Land hergestellten zweibeinigen, künstlich intelligenten Humanoiden eine eindeutige digitale Kennnummer zuzuweisen – vergleichbar mit einer nationalen Identifikationsnummer, nur für Maschinen. Das Programm trägt den Namen „Humanoid Full Lifecycle Management Service Platform“ und wird vom Ausschuss für Standardisierung von Humanoiden-Robotik und verkörperter Intelligenz unter der Leitung des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie koordiniert. Die zugewiesenen Codes begleiten jeden Roboter durch seinen gesamten Lebenszyklus – von der Produktion über die Einsatzphase bis hin zur Wiederverwertung oder Entsorgung – wodurch Behörden einzelne Einheiten nachverfolgen sowie Sicherheits- und Betriebsrisiken überwachen können. Zudem veröffentlichte China entsprechende Richtlinien zur Lebenszyklus-Verwaltung von Humanoiden sowie Anweisungen zur Nutzung dieser Kennnummern. Yu Xiuming, stellvertretender Leiter des Chinesischen Instituts für Elektronikstandardisierung, erklärte, dass dieses Regelwerk alle Akteure entlang der Humanoiden-Wertschöpfungskette betrifft – darunter Hersteller, Dienstleister, Verkäufer, Endnutzer sowie Recyclingbetriebe.

Dieses Registrierungsprogramm unterstreicht Pekings Bestreben, in einem der am schnellsten wachsenden Industriezweige regulatorische Strukturen zu etablieren, bevor sich der Markt weiter ausweitet. China hat Humanoiden-Robotik zu einer nationalen strategischen Priorität erklärt; heimische Unternehmen wie Unitree, UBTECH und Zhiyuan eifern darum, zweibeinige Roboter für den Einsatz in Fabriken, im Pflegebereich sowie im Haushalt zu kommerzialisieren. Ein standardisiertes Kennnummernsystem würde Regulierungsbehörden ein einheitliches Instrument an die Hand geben, um Produkthaftung durchzusetzen, Rückrufe durchzuführen sowie Sicherheitsdaten zu sammeln – insbesondere in einem fragmentierten Markt, in dem Dutzende Hersteller unterschiedlicher Reifegrade konkurrieren. Laut Prognosen des Marktforschungsinstituts IDC werden weltweit bis Ende des Jahrzehnts Hunderttausende Humanoiden pro Jahr produziert, wobei China als Hauptproduktionsstandort gilt.

Südchinesische Morgenpost