Forscher der Northwestern Polytechnical University (西北工业大学) in Xi’an haben am 19. Mai in Chinas führender Luftfahrtzeitschrift Acta Aeronautica et Astronautica Sinica einen neuen KI-Zielalgorithmus namens HG-STR (Heterogeneous Graph Spatio-Temporal Reasoning) veröffentlicht. Sie behaupten, es sei das erste System, das eine Abschussrate von 100 % erreichen kann und dabei schnell genug für den modernen Kampf ist. Laut SCMP ermöglicht der Algorithmus festgeflügelten Drohnenschwärmen, alle Ziele autonom zu lokalisieren und zu eliminieren – selbst wenn die Kommunikation gestört und die Sensoren blockiert sind. Ein anonym sprechender Verteidigungsanalyst aus Peking beschrieb das Konzept so: Einen Schwarm in eine umkämpfte Umgebung zu entsenden, mit einer einzigen abschließenden Anweisung: „Finde und töte sie alle.“
Der entscheidende technische Fortschritt liegt darin, wie HG-STR Gefechtsfelddaten verarbeitet. Herkömmliche Zielerfassungs-KI behandelt alle Eingaben – Drohnen, Gebäude, Gelände, feindliche Fahrzeuge – als gleichwertige Objekte in einem Datensatz. HG-STR erstellt stattdessen einen dynamischen Beziehungsgraphen, bei dem Entitäten nach Typ klassifiziert und über Beziehungen verknüpft werden: Eine Radaranlage wird zu einem Bedrohungsknoten, der mit Störquellen und Luftraum verbunden ist; ein Wald wird zu einem Tarnungs-Vermögenswert; verbündete Drohnen werden zu Knotenpunkten für Informationsaustausch. Dadurch kann ein Schwarm feindliche Positionen ableiten und sich anpassen, nachdem die Kommunikation oder die direkte visuelle Bestätigung verloren gegangen ist – eine Schwachstelle, die durch die elektronische Kriegsführung in der Ukraine besonders deutlich zutage getreten ist. Analysten weisen darauf hin, dass es sich bei der 100 %igen Abschussrate um einen Simulationswert handelt und reale Variablen – Wetter, beschädigte Sensoren, Täuschung, zivile Präsenz – noch nicht getestet wurden. Die USA, NATO-Staaten und Russland verfolgen alle vergleichbare Programme für autonome Schwärme.