Tiger Brokers (Tiger Securities) veröffentlichte am 23. Mai in seiner offiziellen Community eine Stellungnahme, in der es klarstellte, dass Behauptungen wie ‚weigert sich, mit den Aufsichtsbehörden zusammenzuarbeiten‘ oder ‚lehnt Regulierungsmaßnahmen ab‘ keineswegs der Wahrheit entsprechen. Zudem bekräftigte das Unternehmen, dass es die Compliance-Maßnahmen strikt gemäß den Vorgaben der China Securities Regulatory Commission sowie weiterer Aufsichtsbehörden umsetzen werde. Dem Statement zufolge hat Tiger Brokers seit 2023 jegliche Kontoeinrichtungen für Nutzer mit chinesischer Identität eingestellt, ebenso alle Werbe- und Marketingaktivitäten. Darüber hinaus wurden die Kontrollprozesse, die Identitätsprüfungen sowie Maßnahmen gegen Betrug kontinuierlich verschärft. Ende des ersten Quartals 2026 machten Vermögenswerte von Kunden aus dem chinesischen Festland lediglich etwa 10 % des gesamten Gruppenvermögens aus; die Hauptressourcen konzentrieren sich mittlerweile auf Auslandsmärkte wie Singapur, Hongkong, die USA, Australien und Neuseeland. Laut Tiger Brokers laufen die Gespräche mit den Aufsichtsbehörden bereits seit Beginn der Regulierungsmaßnahmen Ende 2022 – sie sind also keineswegs eine reaktive Reaktion auf aktuelle Entwicklungen.
Diese Stellungnahme reagiert unmittelbar auf die Aufsichtsmaßnahmen vom 22. Mai: An diesem Tag erließ die Pekinger Börsenaufsicht eine Sanktionsentscheidung, wonach eine Tochtergesellschaft von Tiger Brokers im chinesischen Festland ohne Lizenz grenzüberschreitende Wertpapiergeschäfte betrieben hatte. Daraufhin wurden Bußgelder sowie die Einziehung illegal erwirtschafteter Einnahmen in Höhe von insgesamt rund 410 Millionen Yuan verhängt; außerdem erhielt CEO Wu Tianhua eine Verwarnung sowie ein Bußgeld von 1,25 Millionen Yuan.