Vor kurzem haben acht Behörden unter Federführung der China Securities Regulatory Commission mit Zustimmung des Staatsrates gemeinsam die „Implementierungspläne zur umfassenden Bekämpfung illegaler grenzüberschreitender Aktivitäten im Bereich Wertpapiere, Futures und Investmentfonds“ veröffentlicht. Damit soll systematisch gegen das Verhalten ausländischer Institutionen vorgegangen werden, die ohne Genehmigung in China Kunden werben sowie Konteneröffnungs- und Handelsdienste anbieten. In diesen Plänen ist eine zweijährige Phase der gezielten Bekämpfung vorgesehen: Während dieser Zeit dürfen ausländische Institutionen bestehenden chinesischen Anlegern keinerlei Dienste zum Kauf von Wertpapieren oder zur Einzahlung von Geldern mehr anbieten; lediglich der Verkauf von Wertpapieren sowie die Auszahlung von Geldern sind gestattet. Nach Ablauf dieser Phase müssen alle ausländischen Institutionen ihre Websites, Handelssoftware sowie zugehörigen Server in China vollständig abschalten und dürfen keine Angebote mehr an chinesische Anleger richten – unter welcher Form auch immer. Die Maßnahmen umfassen sämtliche Geschäftsbereiche vom Marketing über die Kontereröffnung bis hin zur Ausführung von Handelsaufträgen und der Geldüberweisung; dabei wird explizit festgelegt, dass bereits das Betreiben einer einzigen dieser Tätigkeiten als illegale Aktivität im Wertpapierbereich gilt.
Betroffen von diesen Maßnahmen sind drei Gruppen: ausländische Institutionen, die illegal grenzüberschreitend tätig sind, in China ansässige Partnerunternehmen und Vermittler, die diese Institutionen unterstützen, sowie chinesische Social-Media-Konten, die Anleitungen zur Kontereröffnung oder Werbeinhalte verbreiten. Die Zuständigkeiten der acht beteiligten Behörden sind klar definiert: Die China Securities Regulatory Commission koordiniert das Gesamtvorhaben, das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie kümmert sich um die rechtliche Aufarbeitung regelwidriger Apps, die Cyberspace Administration of China entfernt illegale Online-Inhalte und das Ministerium für öffentliche Sicherheit verfolgt strafbare Handlungen im Zusammenhang mit illegalen Geschäften. Laut Angaben der China Securities Regulatory Commission begannen die vorangegangenen Maßnahmen bereits im Dezember 2022; der nun veröffentlichte Plan stellt ein langfristiges Regulierungssystem dar, das auf bisherigen Erfahrungen basiert und insbesondere die interministerielle Kooperation sowie die grenzüberschreitende Aufsichtszusammenarbeit fördert. Zudem weisen die Pläne Anleger darauf hin, dass Streitigkeiten oder finanzielle Verluste infolge von Investitionen über illegale Kanäle kaum durch das chinesische Recht geschützt werden können; stattdessen werden legale Alternativen wie der Stock Connect, QDII oder der Cross-Border Wealth Management Connect empfohlen.