Neue USCIS-Regelung: In den USA lebende Inhaber von temporären Visa müssen das Land verlassen, bevor sie eine Green Card beantragen können – H-1B-Inhaber und Studierende sind besonders betroffen.

Die US Citizenship and Immigration Services (USCIS) veröffentlichten am 22. Mai ein Richtlinienmemorandum, wonach die überwiegende Mehrheit der Inhaber temporärer Visa in den USA – darunter Studierende (F-1), Inhaber von Arbeitsvisa (H-1B) sowie Ehepartner von US-Staatsbürgern – das Land verlassen und in ihren Heimatländern bei den Auslandsvertretungen mittels sogenanntem „Consular Processing“ um eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung (Green Card) nachsuchen müssen. Bisher war in den meisten Fällen die sogenannte „Adjustment of Status“-Verfahren im Inland üblich. Laut USCIS wird künftig das „Adjustment of Status“ nur noch in „besonderen Ausnahmefällen“ und als Einzelfallentscheidung gewährt; es gilt nun als „außergewöhnliche Erleichterung“ statt als Standardverfahren. Die Behörde betont, diese Maßnahme entspreche dem Geist des Einwanderungsrechts und ermögliche es, Ressourcen für wichtigere Anliegen wie Anträge von Verbrechensopfern oder Einbürgerungen einzusetzen. Die neue Regelung tritt unmittelbar in Kraft.

Vor allem die Technologiebranche wird davon stark betroffen sein. Reid Hoffman, Mitbegründer von LinkedIn, äußerte sich auf X und nannte die Neuregelung eine „Belastung“ für die Tech-Industrie, das Geschäftsleben sowie „ganz Amerika“. Zudem fragte er, ob dadurch auch Forscher im Bereich KI gezwungen würden, das Land zu verlassen und zu warten. Die American Immigration Lawyers Association (AILA) warnt, dass die neue Regelung die bestehenden Rückstände bei den Auslandsvertretungen weiter verschlimmern werde: Für indische H-1B-Inhaber ist die Wartezeit auf eine Green Card ohnehin schon aufgrund von nationalen Quoten extrem lang – und da es aktuell keine US-Botschaft in Russland gibt, bleibt russischen Antragstellern gar kein Weg offen. Wer bereits seine Aufenthaltsdauer überschritten hat, muss zudem mit einem Einreiseverbot von drei bis zehn Jahren rechnen, falls er das Land verlässt. Einwanderungsrechtsexperten prognostizieren zahlreiche Klagen, während mehrere Technologiekonzerne bereits die Auswirkungen auf ihre Mitarbeiter prüfen.

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