Technologiesektor führt US-Entlassungen im Mai mit 38.242 Kürzungen an — KI bereits im dritten Monat in Folge als Hauptgrund genannt

Laut der Outplacement-Firma Challenger, Gray & Christmas haben US-Tech-Unternehmen im Mai 2026 38.242 Stellen gestrichen – der höchste Monatswert der Branche seit fast zwei Jahren und mehr als in jeder anderen Industrie. Dadurch stieg die Gesamtzahl der Tech-Stellenstreichungen im Jahr 2026 auf 123.653 – ein Anstieg von über 65 % im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2025. Gleichzeitig verzeichnete der Technologiesektor aber auch die größten eingestellten Einstellungspläne aller Branchen für das Jahr. In der gesamten US-Wirtschaft legten Arbeitgeber im Mai rund 97.000 Stellenstreichungen offen, gegenüber 83.387 im April. Mit deutlichem Abstand folgte der Transportsektor mit 6.909 und der Dienstleistungssektor mit 6.268 Streichungen. KI war den dritten Monat in Folge der am häufigsten genannte Grund für Entlassungen in allen Branchen.

Diese Zahlen kommen zu einem Zeitpunkt, da dieselben Unternehmen, die am aggressivsten Stellen abbauen, historische Summen in KI-Infrastruktur investieren. Google, Amazon, Microsoft und Meta planen für 2026 gemeinsam Kapitalausgaben von rund 725 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 77 % im Vergleich zum Vorjahr –, wobei etwa drei Viertel für KI-Server, GPUs und Rechenzentren vorgesehen sind. Meta-CEO Mark Zuckerberg führte die rund 8.000 Stellenstreichungen des Unternehmens direkt auf die Kosten der KI-Infrastruktur zurück. Challenger hat KI bis April als Faktor für mehr als 49.000 geplante Stellenstreichungen erfasst. Der Verdrängungseffekt ist dennoch umstritten: Die Arbeitslosenzahlen sind nicht im Gleichschritt mit den Ankündigungen gestiegen, und für die Mai-Beschäftigungszahlen – die am Freitag veröffentlicht werden – wird ein Zuwachs von 85.000 Arbeitsplätzen prognostiziert. Challenger stuft KI als dritthäufigsten genannten Grund für Streichungen ein – hinter Marktbedingungen und Umstrukturierungen – und merkt an, dass die KI-Ausgaben bisher eher die Budgets für die gestrichenen Stellen absorbieren als die Stellen selbst. OpenAI-CEO Sam Altman hat einigen Arbeitgebern separat „AI Washing“ vorgeworfen – KI als Deckmantel für Kürzungen zu nutzen, die ohnehin stattgefunden hätten.

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