Die USA und Mexiko haben diese Woche in Mexiko-Stadt die erste Verhandlungsrunde zur Neugestaltung des USMCA aufgenommen. Wie das Wall Street Journal berichtet, schlagen die Vertreter des Trump-Teams vor, dass für Fahrzeuge, die unter dem Abkommen ermäßigte Zölle genießen, mindestens 50 % des Wertes ihrer Teile und Rohstoffe aus den USA stammen müssen. Reuters zitiert vier mit der Sache vertraute Personen, die bestätigen, dass die US-Seite zugleich den gesamten nordamerikanischen Regionalanteil von derzeit 75 % auf 82 % anheben will. Das geltende Abkommen enthält keine spezifische US-inländische Wertschöpfungsschwelle; der Vorschlag wäre die bedeutendste Änderung der Ursprungsregeln, seit das USMCA 2020 in Kraft trat. Beachtenswert ist, dass Kanada von dieser Runde ausgeschlossen ist und dass kanadische Teile auch nicht in den nordamerikanischen Anteil eingerechnet werden sollen.
Sollte der Vorschlag umgesetzt werden, schätzen Branchenanalysten eine vollständige Übergangszeit von drei bis vier Jahren. Dem noch nicht offiziell veröffentlichten „Made in America Auto Index“ 2026 zufolge weisen derzeit schätzungsweise nur 109 Modelle einen US-inländischen Anteil von über 51 % auf; die ersten zehn Plätze belegen überwiegend Tesla-Fahrzeuge. Am Beispiel des in Mexiko montierten GMC Terrain SUV machen US-amerikanische und kanadische Teile zusammen nur 11 % des Fahrzeugwerts aus. Die Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) unterstützt den Vorschlag, während Branchenverbände wie die Automobilherstellervereinigung den Erhalt des dreinationalen Rahmens fordern und warnen, dass die neuen Regeln die Kosten für die Verbraucher in die Höhe treiben würden. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer plant Berichten zufolge, zunächst mit Mexiko die neuen Ursprungsregeln auszuhandeln und sie Kanada dann in der Form eines „Take it or leave it“-Angebots vorzulegen.