Die neue Sonderzone Lingang in Shanghai gab bekannt, dass das weltweit erste offshore Windenergie-betriebene Unterwasser-Rechenzentrum (UDC) nun vollständig kommerziell in Betrieb ist. Die Vorabtests wurden im Februar 2026 abgeschlossen. Das Rechenzentrum liegt etwa 75 Kilometer südöstlich von Shanghai; die Datenmodule befinden sich in einer Tiefe von rund 10 Metern unter Wasser zwischen den ersten beiden Phasen des Offshore-Windparks Lingang. Betrieben wird es von der HiCloud Technology, während staatliche Telekommunikationsunternehmen wie China Telecom Shanghai an dessen Bau mitwirkten. Die Gesamtinvestition belief sich auf rund 1,6 Milliarden Yuan (ca. 226 Millionen US-Dollar). In der 24-MW-Anlage sind fast 2.000 Server installiert – darunter GPU-Cluster von China Telecom und Lingwei Technology –, die hauptsächlich für KI-Inferenz, Big-Data-Labeling sowie Rechenaufgaben im Bereich 5G-Infrastruktur genutzt werden.
Das Rechenzentrum verfolgt zwei grüne Ansätze: Etwa 95 Prozent des Strombedarfs stammen direkt aus den benachbarten Windkraftanlagen, sodass kein Anschluss ans Festlandnetz nötig ist; zur Kühlung dient passiv die kühle Meereswasserumgebung – ohne herkömmliche Kühltürme oder Süßwasser. Dadurch sinkt der Gesamtenergieverbrauch um 22,8 Prozent; die Flächennutzung ist im Vergleich zu einem gleich großen Land-Rechenzentrum um über 90 Prozent geringer. Der Energieeffizienzwert (PUE) liegt bei maximal 1,15 – deutlich unter dem chinesischen Grenzwert von 1,25. Nach Abschluss der ersten Phase mit 2,3 MW im Oktober 2025 wurde die Kapazität auf 24 MW erweitert; zudem haben die Betreiber bereits Absichtserklärungen für ein zukünftiges 500-MW-Unterwasser-Rechenzentrum unterzeichnet. Zuvor hatte Microsoft sein Projekt Natick, ein Unterwasser-Rechenzentrum vor der schottischen Küste, im Jahr 2024 aus kommerziellen Gründen eingestellt. Dieses Projekt in China ist somit das weltweit erste seiner Art, das offiziell kommerziell genutzt wird.