Laut Kyodo News zeigen Daten der chinesischen Zollverwaltung, dass von Februar bis April 2026 die Exporte von Wolframcarbid und Wolframpulver nach Japan jeweils bei Null lagen; auch der Export verwandter Fertigprodukte kam praktisch zum Stillstand. Experten führen dies auf die seit Januar dieses Jahres verschärften chinesischen Exportkontrollen für dual-use-Produkte nach Japan zurück – vor dem Hintergrund zunehmend angespannter Beziehungen zwischen beiden Ländern. Wolfram ist Hauptbestandteil von Hartmetallen und wird häufig als Schneidwerkstoff für Werkzeuge zur Bearbeitung von Automobilteilen genutzt; China produziert rund 80 Prozent des weltweiten Wolframerzes. Obwohl China im vergangenen Jahr bereits infolge der Handelskonflikte mit den USA die Exportregelungen verschärfte, blieben die Lieferungen nach Japan bis Januar aufrecht.
Sumitomo Electric Industries gab am 12. Mai bekannt, dass man die Beschaffung von Wolfram aus China vollständig eingestellt habe; durch Einkäufe in den USA sowie Recycling könne der japanische Bedarf weitgehend gedeckt werden. Laut Kyodo definiert China diese Exportbeschränkung als Reaktion auf die parlamentarischen Äußerungen der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi zu Taiwan, betont jedoch, dass zivile Anwendungen davon unberührt blieben.