Vor dem IPO von SpaceX soll Musk mit Vertrauten über eine Fusion mit Tesla gesprochen haben; die Finanzen beider Unternehmen sind bereits eng verflochten.

Laut einem Bericht von CNBC vom 26. Mai, der sich auf informierte Quellen stützt, hat Elon Musk mit engen Mitarbeitern über die Möglichkeit einer Fusion zwischen SpaceX und Tesla gesprochen. Zahlreiche Tesla-Angestellte bestätigten außerdem, dass dieses Thema intern schon lange kein Geheimnis sei. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist besonders kritisch: SpaceX plant nächste Woche den Beginn seiner IPO-Roadshow; das Börsengang soll voraussichtlich am 12. Juni erfolgen, wobei die Aktie unter dem Tickersymbol SPCX gehandelt wird. Ziel ist es, bis zu 75 Milliarden US-Dollar einzusammeln – damit würde SpaceX Saudi Aramco als größtes IPO aller Zeiten ablösen. Derzeit wird das Unternehmen im Privatmarkt auf etwa 1,25 Billionen US-Dollar geschätzt (nach der im Februar dieses Jahres vollzogenen Fusion mit xAI); Teslas Marktwert beläuft sich auf rund 1,6 Billionen US-Dollar. In der Prospektunterlage zum Börsengang heißt es zudem, dass SpaceX zwischen 2024 und 2025 Energiespeichersysteme vom Typ Megapack sowie 131 Millionen US-Dollar an Cybertrucks bei Tesla gekauft habe. Beide Firmen teilen sich zudem Vorstandsmitglieder und Ingenieure und arbeiten gemeinsam am Bau der Halbleiterfabrik Terafab in Texas.

Experten äußern unterschiedliche Meinungen zur potenziellen Fusion: Ross Gerber, CEO der Investmentfirma Gerber Kawasaki, argumentiert, dass dadurch Investoren lediglich auf Musks Vision setzen müssten und beide Konzerne mehr Mittel für ihre KI-Initiativen gewinnen würden. Andere Analysten warnen jedoch davor, dass ungünstige Vertragsbedingungen die Aktionäre von Tesla benachteiligen könnten. Zudem sei die Integration zweier Giganten, die massiv in KI investieren – SpaceX gab allein im ersten Quartal über 10,1 Milliarden US-Dollar aus, davon mehr als drei Viertel für KI, während Tesla in diesem Jahr voraussichtlich über 25 Milliarden US-Dollar investieren wird – äußerst komplex. Rechtlich dürfte eine solche Fusion kaum kartellrechtliche Bedenken auslösen; doch die Abstimmung der Interessen beider Aktionärskreise sowie die Festlegung des Austauschverhältnisses der Anteile bleiben große Herausforderungen. Bisher haben weder SpaceX noch Tesla offizielle Stellungnahmen abgegeben; Musk selbst schrieb im vergangenen Jahr in den sozialen Medien: „Meine verschiedenen Unternehmen entwickeln sich – völlig unerwartet – in Richtung einer Verschmelzung.“ }