Das aus Yale hervorgegangene Unternehmen Bexorg hat im Auftrag der FDA über 700 gespendete menschliche Gehirne für Arzneimitteltests untersucht; das erste klinische Experiment wurde bereits genehmigt.

Bexorg, ein fünf Jahre altes Biotech-Startup, das von der Yale University ausgegründet wurde, setzt seine proprietären BrainEx-Perfusionsgeräte ein, um mehr als 700 gespendete menschliche Gehirne zu untersuchen. Dabei bleiben die Gehirne nach dem Tod des Spenders bis zu 24 Stunden lang metabolisch aktiv, während experimentelle Medikamente daran getestet werden. Nun expandiert das Unternehmen: In einem neuen Labor wird künftig ein 1,2 Meter langer Roboterarm eingesetzt, um jährlich bis zu 1.600 Gehirne zu verarbeiten und pro Gehirn 11.000 Proteine zu analysieren. Laut einem am 19. Mai in „Science“ veröffentlichten Bericht erhielt der Pharma-Partner Biohaven bereits die Zulassung der FDA, um klinische Studien mit BHV-8100 zu starten – einem Wirkstoff, der durch verbesserte Glukoseverwertung den Energiestoffwechsel von Neuronen fördern soll; dabei wurden unter anderem Daten aus den Bexorg-Experimenten genutzt.

Die Technologie geht auf eine Veröffentlichung in „Nature“ aus dem Jahr 2019 zurück, in der die Bexorg-Mitbegründer Zvonimir Vrselja sowie der Neurowissenschaftler Nenad Sestan biologische Funktionen in Schweinegehirnen aus einer Schlachterei wiederherstellten – ein Ergebnis, das sofort ethische Fragen zur Bewusstseinsbildung und zum Schmerzempfinden aufwarf. Beim Programm mit menschlichen Gehirnen setzt Bexorg Anästhesie ein, um jegliche elektrische Aktivität zu unterdrücken; der Bioethiker Brendan Parent von der New York University wies darauf hin, dass die Organe praktisch keinerlei koordinierte neuronale Entladungen mehr aufweisen, die für das Mindeste an Bewusstsein nötig wären. Bislang hat das Unternehmen jedoch keine begutachteten Fachartikel zu seinen Forschungen an menschlichen Gehirnen veröffentlicht; Vrselja erklärte, das erste Manuskript sei in Vorbereitung. Bruce Car, Chief Science Officer bei Biohaven, bezeichnete die Plattform als vollständig erfüllend aller Versprechungen und betonte, sie könne traditionelle Entwicklungsprozesse für zentralnervöse Medikamente um Jahre und Millionenbeträge verkürzen.

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