Anthropic verweigert Personen unter 18 Jahren den Zugang zu seinen KI-Diensten – Kritik wegen Zugangsbeschränkungen und wettbewerbsrechtlicher Motive

Anthropic hat seine Nutzungsbedingungen aktualisiert, um Personen unter 18 Jahren den Zugang zu seinen KI-Produkten zu verwehren. Diese Maßnahme stieß am 25. Mai prompt auf Widerstand seitens Forscher und Entwickler. Emad Mostaque, Mitbegründer von Stability AI, erklärte, er habe zunächst angenommen, die Regelung richte sich gegen minderjährige Forscher – wobei er darauf hinwies, dass es „in dieser Altersgruppe einige verdammt gute KI-Forscher gibt“. Adrien Ecoffet, Forscher bei Anthropic, übte die schärfste Kritik: Er argumentierte, das Verbot beraube Jugendliche, die zu Hause oder in der Schule keine erwachsene Unterstützung erhielten, „der größten Informationsquelle unserer Zeit“. Zudem hielt er den Zeitpunkt des Verbots für verdächtig: Da Anthropic praktisch noch keinen Verbrauchermarkt erschlossen habe, sei es „schwer, dies nicht als Manöver zur Benachteiligung der Konkurrenz zu sehen“, insbesondere da Gesetzgeber gerade über allgemeine Verbote für Minderjährige im Umgang mit KI nachdenken.

Seán Ó hÉigeartaigh äußerte eine weiterreichende Sorge: Zwar basierten Teile von Anthropics Richtlinien akribisch auf Fakten, doch diese Entscheidung scheine vielmehr „stark persönliche Ansichten der Führungsebene“ widerzuspiegeln – ohne entsprechende Prüfung. Angesichts des Einflusses des Unternehmens auf nationale und internationale KI-Politik sei dies problematisch. Befürworter elterlicher Kontrollmöglichkeiten räumten ein, dass ein Mittelweg denkbar sei, warnten jedoch, ein pauschales Verbot gehe zu weit. Insgesamt zeigte sich in der Diskussion ein negativer Trend: 57 Prozent der Kommentare waren kritisch; Kritiker bezeichneten die Regelung als paternalistisch oder wettbewerbsfeindlich – oder beides.

X / @emostaque