Karpathys Wechsel zu Anthropic als MTS entfacht erneut die Debatte um Hierarchien bei KI-Jobtiteln

Die Ankunft von Andrej Karpathy bei Anthropic unter dem einheitlichen Titel „Member of Technical Staff“ (MTS) löste am 24. Mai eine breite Branchendiskussion darüber aus, ob die traditionelle Unterscheidung zwischen Forschungswissenschaftler, Forschungsingenieur und Softwareentwickler noch sinnvoll ist. Yi Tay (@agihippo) argumentierte, diese Differenzierung sei mittlerweile bedeutungslos geworden und dass ein einziger MTS- oder RS/RE-Karrierepfad „wahrscheinlich der richtige Weg in dieser neuen KI-Welt“ sei. Karpathy selbst antwortete in einem ähnlichen Diskussionsthread, Anthropics Ansatz sei „erfrischend“ – er würdigte das Unternehmen dafür, die Verwirrung durch Titel abzubauen und stattdessen eine einheitliche Gruppe mit gemeinsamer Mission zu schaffen.

In dem Thread mit insgesamt 128 Kommentaren herrschte zu etwa 72 % negative Stimmung: Kritiker bezeichneten den einheitlichen Titel als reines Corporate-Rebranding, als Mittel zur Ego-Beruhigung oder als übertriebene Korrektur, die die echten Unterschiede zwischen Forschungs- und Einsatzrollen verwischt. Befürworter entgegneten, Anthropics Modell spiegele korrekt wider, dass sich Forschung und Ingenieurwesen in der modernen KI-Entwicklung zunehmend verzahnen. Dzmitry Bahdanau lehnte alle Skeptiker komplett ab und nannte den MTS-Titel „den besten Job in der Geschichte der Menschheit“. Zudem tauchte in dem Thread ein häufig wiederkehrender Scherz auf: Der Titel „Applied Scientist“ wird zu „AS“ abgekürzt – was zu mindestens einer unvergesslichen Slack-Vorstellung als „Senior AS“ führte.

X / @agihippo