US-Präsident Trump gab am späten Abend des 18. Juni auf Truth Social bekannt, dass Apple zugestimmt habe, mit Intel zusammenzuarbeiten, um Chips in den USA zu entwerfen und zu produzieren. Dies solle in den Rahmen der Chip-Rückverlagerung integriert werden, der zuvor bereits Nvidia und Elon Musks TeraFab-Projekt für das Intel-Wafer-Foundry-Geschäft angezogen hatte. Die Intel-Aktie stieg im vorbörslichen Handel um über 10 % auf rund 133 US-Dollar. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lehnte Apple eine Stellungnahme ab, Intel erklärte, man kommentiere „keine potenzielle Apple-Intel-Vereinbarung“ – eine offizielle Bestätigung des Abkommens liegt von keiner Seite vor; die Bedingungen, der Chip-Typ und der Zeitplan für die Massenproduktion wurden bisher nicht bekannt gegeben. Das Wall Street Journal hatte zuvor unabhängig berichtet, dass die beiden Seiten seit über einem Jahr über eine erste Vereinbarung verhandeln. Trumps Wortwahl im Beitrag stufte die Zusammenarbeit als „Design und Fertigung“ ein, Analysten wiesen jedoch darauf hin, dass die tatsächliche Regelung wahrscheinlich eher so aussehen werde, dass Intel als Auftragsfertiger Apples eigene Chips produziert, und nicht, dass Apple wieder auf von Intel entworfene Prozessoren zurückgreift.
Im Hintergrund: Apple startete 2020 die „Apple Silicon“-Umstellung und wechselte die Mac-Chips von den selbst entwickelten Intel-Prozessoren hin zu den in Eigenregie entwickelten M-Serien, die bei TSMC gefertigt werden. Sollte die Foundry-Partnerschaft mit Intel nun Wirklichkeit werden, wäre dies das erste Mal, dass Apple einen Teil seiner Fertigung in die USA zurückverlagert. Der Supply-Chain-Analyst Ming-Chi Kuo hatte zuvor prognostiziert, dass Intel frühestens 2027 M-Series-Chips der Einstiegsklasse für Apple massenproduzieren könnte (unter Verwendung des 18A-Knotens), und dass Apples A21-iPhone-Chip möglicherweise 2028 auf Intels 14A-Knoten wechseln könnte – jedoch wurden diese Prognosen von keiner Seite bestätigt. Intels 14A-Prozess hat in diesem Monat gerade die risikobehaftete Massenproduktion aufgenommen. CEO Lip-Bu Tan erklärte im vergangenen Monat, dass er im zweiten Halbjahr mit mehreren verbindlichen Foundry-Zusagen rechne. Für Intel wäre ein Kunde von Apples Größenordnung ein entscheidender Trumpf, um sein Foundry-Geschäft wiederzubeleben und zu TSMC aufzuschließen. Für Apple wiederum passt die Reduzierung der Abhängigkeit von TSMC angesichts des Preisdrucks bei Speicherchips und des Zollrisikos sehr gut in die derzeitigen Bestrebungen zur Diversifizierung der Lieferkette.
Truth Social | Reuters | CNBC