Google testet reCAPTCHA mit Handbewegungen, System erfasst 21 Handpunkte zur Erkennung echter Bewegungen

Laut einer Enthüllung des X-Plattform-Bloggers Lain on the Blockchain vom 15. Juni testet Google ein neues reCAPTCHA-Bot-Erkennungssystem: Nutzer müssen einer Webseite die Kameraerlaubnis erteilen, ein kurzes Video aufnehmen, in dem sie vor der Linse winken, und das System extrahiert anschließend mittels Computer Vision 21 Schlüsselpunkte wie Fingerknöchel und Handflächenpositionen, um zu prüfen, ob der Nutzer die vorgegebene Geste ausgeführt hat. Google gibt an, dass dies der Abwehr von Bot-Massenkontoregistrierungen und Credential-Stuffing-Angriffen sowie anderen Online-Betrugsfällen dienen soll. Die aufgenommenen Videos werden nicht mit der Nutzeridentität verknüpft, es werden keine Audiodaten aufgezeichnet und die Videos werden nach der Verifizierung automatisch gelöscht.

Dieser Ansatz hat bei einigen Nutzern Kritik hervorgerufen, die argumentieren, dass dies das Web weiter in Richtung biometrischer Authentifizierung treibt – selbst wenn die Daten sofort gelöscht und nicht mit der Identität verknüpft werden, müssen Nutzer dennoch ihre Kamera aktivieren, um die Verifizierung auf einer Webseite abzuschließen. Die Reibungskosten seien damit deutlich höher als bei bestehenden Verfahren wie Texterkennung, Bildauswahl oder unsichtbarem reCAPTCHA. Das System befindet sich derzeit noch in der Testphase; Google hat noch keinen offiziellen Einführungstermin bekannt gegeben.

IT之家