Bloomberg exklusiv: ByteDance ist Microsofts größter KI-Kunde, gibt jährlich über 1 Milliarde Dollar für KI und Cloud-Dienste aus

Laut einem exklusiven Bericht von Bloomberg unter Berufung auf mehrere informierte Personen vom 17. Juni hat Microsoft in China ein beträchtliches KI-Geschäft aufgebaut. ByteDance ist sowohl in China als auch weltweit der größte KI-Kunde von Microsoft, der hauptsächlich über Azure die OpenAI-Modelle nutzt. Es wird erwartet, dass ByteDance jährlich über eine Milliarde US-Dollar für Microsofts KI- und Cloud-Dienste ausgibt. Der Bericht weist darauf hin, dass Microsoft im Rahmen des sich verschärfenden KI-Wettbewerbs zwischen den USA und China seine kommerzielle Präsenz auf dem chinesischen Markt kontinuierlich ausbaut – und zwar über die exklusive Weiterverkaufsvereinbarung für die API von OpenAI-Modellen (laut der Vereinbarung zwischen den beiden Parteien besitzt Microsoft das alleinige Verkaufsrecht für die Azure-API von OpenAI, bis OpenAI die Erreichung von AGI erklärt). Obwohl ByteDance bereits über eigene große KI-Modelle wie „Doubao“ verfügt, kauft das Unternehmen weiterhin in großem Umfang OpenAI-Modelle für seine Produkte und Entwicklungsarbeit ein.

Diese Geschäftskonstellation ist im aktuellen politischen Umfeld besonders sensibel: Die US-Regierung hat kürzlich hintereinander Exportkontrollen für die Anthropic-Modelle Fable/Mythos verhängt und mehrere Unternehmen, darunter auch chinesische KI-Unternehmen, in die Sanktionsliste aufgenommen oder deren Aufnahme erwogen. Microsofts Vorgehen, chinesischen Kunden über seine eigene Lizenzarchitektur OpenAI-Modelle anzubieten, bewegt sich derzeit noch innerhalb der Compliance-Kanäle. Die KI-Umsätze von Microsoft in China bestätigen eine paradoxe Situation: Einerseits treibt Washington die Kontrollen für KI-Technologien gegenüber China voran, andererseits sind führende chinesische Technologieunternehmen für ihren Geschäftsbetrieb weiterhin stark auf die modernsten Modelle aus den USA angewiesen – und die Compliance-Grenzen dieses Kanals verengen sich mit der Weiterentwicklung der Exportkontrollpolitik zunehmend.

Bloomberg