Netgear verklagt TP-Link und wirft Verschleierung des chinesischen Hintergrunds vor – fordert mehrere Millionen Dollar und bestreitet erfolgreiche USA-Lokalisierung

Laut PCMag hat der US-amerikanische Netzwerkausrüster Netgear am 11. Juni eine 49-seitige Widerklage beim Gericht eingereicht und damit Gegenklage gegen den Konkurrenten TP-Link erhoben. Netgear fordert Schadensersatz in Höhe von mehreren zehn Millionen Dollar. Netgear wirft TP-Link vor, durch irreführende Werbung Verbraucher in die Irre geführt zu haben, indem es vorgab, sich vollständig von seinem Status als chinesisches Unternehmen gelöst zu haben, wodurch Netgear im Markt für WLAN-Router für Privathaushalte in den USA erhebliche Umsatzeinbußen erlitten habe. Netgear beruft sich dabei auf den von TP-Link selbst veröffentlichten Nachhaltigkeitsbericht für das Jahr 2024, dem zufolge Forschung, Entwicklung und Fertigung weiterhin stark von chinesischen Tochtergesellschaften abhängig sind. Zwar wurde ein Teil der Produktion im Jahr 2024 in eine Fabrik in Vietnam verlagert, die Kernproduktion findet jedoch nach wie vor in China statt. Netgear fordert das Gericht auf, TP-Link zu verbieten, weiterhin zu behaupten, ein „ausschließlich in Vietnam beschaffendes und fertigendes US-Unternehmen“ zu sein. In der Widerklage wurden jedoch keine konkreten Umsatzverluste genannt.

Auslöser der Widerklage war eine Klage von TP-Link gegen Netgear im November 2024, in der TP-Link dem Konkurrenten vorwarf, es absichtlich als Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA dargestellt zu haben. Die US-amerikanische Federal Communications Commission (FCC) erließ daraufhin ein Verbot, das WLAN-Router aus ausländischer Produktion einschränkte; einige Unternehmen wie Netgear erhielten eine vorübergehende Ausnahmegenehmigung. TP-Link wies die Vorwürfe der Widerklage zurück und bezeichnete sie als „grob irreführend und verzerrend“. Das Unternehmen kündigte an, die Fakten auf juristischem Wege klarstellen zu wollen. In einer Erklärung auf seiner US-amerikanischen Website heißt es, dass die in Irvine, Kalifornien, ansässige TP-Link Systems Inc. sich seit Oktober 2024 in Bezug auf Eigentumsverhältnisse, Management und Betriebsmodell vollständig von der auf dem chinesischen Festland tätigen TP-Link Technologies Co., Ltd. getrennt habe und keine Produkte an Kunden in China verkaufe. Laut Daten der Dell’Oro Group liegt der tatsächliche Marktanteil von TP-Link im nordamerikanischen Markt für WLAN-Router für Privathaushalte im Jahr 2024, wenn man die von Internetdienstanbietern bereitgestellten Router mit einrechnet, bei unter 10 %.

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