Am 3. Juni gab Amazon die Einführung einer neuen KI-Funktion zur Bilderzeugung in Echtzeit in der Suchleiste seiner Shopping-App bekannt. Die Funktion ist derzeit für US-Nutzer auf iOS und Android verfügbar und deckt zunächst die Kategorien Bekleidung und Möbel ab. Wenn Nutzer beschreibende Suchbegriffe eingeben, werden unter den automatischen Vorschlägen synchron mehrere Gruppen KI-generierter Referenzproduktbilder angezeigt, die mit jedem neuen eingegebenen Wort aktualisiert werden. Durch Klicken auf das entsprechende Bild gelangt man zu einer Seite mit echten Produkten, die optisch zum Stil passen. Die Funktion zielt darauf ab, das Problem der Nutzer zu lösen, „den genauen Begriff nicht zu kennen“ – z. B. wenn sie nicht wissen, dass ein hochgeschlossener Kragen „Stehkragen“ oder ein Rattanseitensofa „Rattan“ heißt –, und hilft ihnen durch visuelle Führung, die Suche einzugrenzen. Die Funktion wird im Hintergrund über Amazon Bedrock aufgerufen und umfasst Claude Sonnet, Amazon Nova sowie ein benutzerdefiniertes Modell, das mit Amazons Produktdaten feinabgestimmt wurde.
Es ist jedoch anzumerken, dass diese Bilder KI-generierte, fiktive Produkte zeigen, die es nicht wirklich auf der Plattform zu kaufen gibt – TechCrunch und andere Medien haben dies bereits hinterfragt. Amazon benannte am 13. Mai seinen Shopping-KI-Assistenten Rufus in Alexa for Shopping um und erweiterte ihn auf die Webversion von Amazon.com sowie Echo-Geräte, begleitet von über 50 technischen Optimierungen. Der Zeitpunkt dieser Einführung ist bemerkenswert: Prime Day 2026 findet vom 23. bis 26. Juni früher als in den Vorjahren statt, während OpenAI, Google und Perplexity verstärkt KI-Shopping-Agenten entwickeln. Analysten sehen diesen Schritt von Amazon daher als defensive Maßnahme zur Sicherung des Suchenstiegs.