Mark Zuckerberg, CEO von Meta, erklärte am 27. Mai auf der jährlichen Hauptversammlung des Unternehmens, dass die Veräußerung von Cloud-Computing-Ressourcen an externe Kunden „definitiv eine mögliche Option“ sei, falls Meta in seinen Rechenzentren irgendwann über ausreichend Rechenleistung verfüge. Zudem berichtete er, dass praktisch wöchentlich Firmen bei Meta anfragen, um deren Rechenkapazitäten zu kaufen – „und sogar bereit seien, dafür Preise zu zahlen, die über unseren eigenen Beschaffungskosten liegen“. Seiner Aussage nach betritt Meta den Cloud-Markt bislang nicht, weil man davon ausgeht, selbst weiterhin starken Bedarf an Rechenleistung zu haben. Unter den vier größten US-amerikanischen Cloud-Anbietern ist Meta der einzige Konzern, der seine Infrastruktur nicht extern vermarktet; die anderen drei sind Amazon, Google und Microsoft. Im April dieses Jahres hatte Meta seine Prognose für die Kapitalausgaben im Bereich KI für das Jahr 2026 von 115 bis 135 Milliarden Dollar auf 125 bis 145 Milliarden Dollar angehoben. Trotz über den Erwartungen liegender Quartalsergebnisse sank die Aktie am selben Tag jedoch um rund 7 %, da Investoren Bedenken hinsichtlich der enormen Ausgaben für KI hegten.
Zuckerberg sprach an diesem Tag ebenfalls über die Monetarisierungspläne für den Meta AI-Assistenten und kündigte an, zukünftig Nutzer für leistungsstärkere oder fortgeschrittenere Versionen zur Kasse bitten zu wollen. Seiner Ansicht nach werde die Rolle des Menschen durch den kontinuierlichen Mehrwert von KI-Agenten „noch wichtiger statt weniger wichtig“ sein. Obwohl diese Ankündigung bezüglich des Einstiegs in das Cloud-Geschäft im Einklang mit den Äußerungen während der Telefonkonferenz zur Quartalsbilanz im April steht, wird ihre erneute Bekanntgabe auf der Hauptversammlung als Signal an die Wall Street gewertet – nämlich als potenzieller Weg zur Umsatzsteigerung angesichts steigenden Drucks bei den Kapitalausgaben.