Die Übernahme von CEECONOMY durch JD.com im Wert von 2,2 Milliarden Euro gerät unter massiven regulatorischen Druck – die Frist der EU für ausländische Subventionen läuft morgen ab

Die geplante Übernahme von CECONOMY – Europas größtem Einzelhändler für Unterhaltungselektronik und Mutterkonzern von MediaMarkt sowie Saturn – durch JD.com im Wert von 2,2 Milliarden Euro (~2,5 Milliarden US-Dollar) steht kurz vor einer entscheidenden Frist der Europäischen Kommission am 28. Mai unter erheblichem regulatorischen Druck aus mehreren Richtungen. JD.com reichte den Deal am 21. April zur Prüfung nach der Verordnung über staatliche Beihilfen bei ausländischen Direktinvestitionen (Foreign Subsidies Regulation, FSR) ein; die Kommission setzte eine Frist von 28 Tagen für eine vorläufige Untersuchung – morgen läuft diese Frist ab, um zu entscheiden, ob eine umfassende Prüfung eingeleitet wird. Die 2023 in Kraft getretene FSR ermöglicht es Brüssel, Übernahmen zu blockieren oder Bedingungen daran zu knüpfen, falls sich herausstellt, dass ein nicht-europäischer Käufer von verzerrenden staatlichen Subventionen profitiert – im vorliegenden Fall sollen chinesische Regierungsbeihilfen für JD.com eine Rolle spielen. Da der Deal die üblichen Schwellenwerte für EU-Fusionskontrollen nicht erreicht, bleibt die FSR die einzige rechtliche Grundlage für eine Prüfung durch die Kommission. Der EU-Abgeordnete Dirk Gotink äußerte öffentlich Bedenken hinsichtlich chinesischer Staatsunterstützung, Risiken für den Datenschutz sowie der Resilienz europäischer Lieferketten – dies deutet auf politisches Interesse an einer intensivierten Untersuchung hin. In Österreich ist zudem noch eine gesonderte Prüfung nach dem nationalen Gesetz über ausländische Direktinvestitionen ausstehend; CECONOMY räumte in einer Pressemitteilung vom 27. März ein, dass „die österreichische Prüfung schwierig sei“. Italien genehmigte den Deal unter strengen datenschutzrechtlichen Auflagen; auch Frankreich gab ihm unter Bedingungen grünes Licht.

JD.com kündigte das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot erstmals am 30. Juli 2025 an; die Geschäftsführung von CECONOMY empfahl im September, dieses anzunehmen. Bis Anfang Dezember 2025 hatte das chinesische Unternehmen durch das Angebot sowie eine zusätzliche Annahmefrist bereits 85,2 Prozent der CECONOMY-Aktien erworben. Ursprünglich war mit einem Abschluss des Deals in der ersten Hälfte 2026 gerechnet worden; doch sowohl die Einreichung nach der FSR als auch die noch offene österreichische Prüfung haben diesen Zeitplan verschoben. Sollte eine vollständige FSR-Untersuchung eingeleitet werden, könnte diese bis zu 12 Monate dauern – und JD.com müsste möglicherweise Gegenmaßnahmen ergreifen. Als Zeichen dafür, dass JD.com seine europäischen Expansionspläne trotz regulatorischer Hürden weiterverfolgt, berichtete die Retail Gazette diese Woche, dass das Unternehmen auch erwägt, für etwa 2 Milliarden Pfund den britischen Online-Händler The Very Group zu übernehmen – zu dem die Marken Very und Littlewoods gehören. Dieser Konzern befindet sich derzeit nach seiner Übernahme durch Carlyle in einem formellen Verkaufsprozess.

CEECONOMY Investor Hub | Reuters | FT