Erstmals wurde nachgewiesen, dass Buckelwale zwischen Australien und Brasilien in beide Richtungen wandern – über eine Strecke von mehr als 14.000 Kilometern.

Im Mai 2026 veröffentlichten Wissenschaftler in der Zeitschrift „Royal Society Open Science“ einen Artikel, in dem sie den ersten direkten Nachweis für eine bidirektionale Kommunikation zwischen entfernten Humpback-Wal-Populationen dokumentierten. Anhand eines Datensatzes mit 19.283 Foto-IDs, der zwischen 1984 und 2025 gesammelt wurde, konnten die Forscher bestätigen, dass zwei Humpback-Wale sowohl in der Brutpopulation Ostaustraliens (E1) als auch in der brasilianischen Brutpopulation (A) gesichtet wurden – wobei die Luftlinienentfernung zwischen beiden Orten mehr als 14.000 Kilometer beträgt.

Die Zeitabstände zwischen den jeweiligen Sichtungen lagen bei sechs bzw. 22 Jahren; dies deutet darauf hin, dass solche transozeanischen Wanderungen äußerst selten sind und vermutlich einmalige Ausnahmeereignisse statt einer Veränderung regulärer Migrationsrouten darstellen. Die Ergebnisse stützen die „Southern Ocean Exchange Hypothesis“ – also die Annahme, dass der Südliche Ozean als Korridor für den Genfluss zwischen Humpback-Wal-Populationen verschiedener Ozeane fungiert. Laut den Forschern könnten sowohl die Erholung der Populationszahlen als auch klimatische bzw. ökologische Veränderungen die Voraussetzungen für solche extrem langen Wanderungen geschaffen haben. Globale, koordinierte Programme zur Identifizierung von Walen anhand von Fotos erweisen sich dabei als entscheidiges Instrument, um solche seltenen Ereignisse zu erkennen und zu quantifizieren.

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