Laut TorrentFreak erließ Richter Jed S. Rakoff vom Bundesgericht für den südlichen Bezirk von New York am 19. Mai ein Versäumnisurteil gegen die Shadow-Library-Website „Anna’s Archive“. Demnach muss die Plattform 19,5 Millionen US-Dollar an 13 Verlage zahlen, darunter Penguin Random House und Elsevier. Zudem verfügte das Gericht ein weltweites Domain-Verbot: Über 20 Domain-Registrare, Registrierungsbehörden sowie Hosting-Anbieter wurden angewiesen, alle Domains von Anna’s Archive dauerhaft zu sperren. Außerdem müssen die Betreiber ihre Identität offenlegen und sämtliche urheberrechtsverletzenden Inhalte löschen.
Bereits im April dieses Jahres hatte das gleiche Portal wegen des unbefugten Herunterladens von rund 86 Millionen Musikdateien ein Versäumnisurteil in Höhe von 322 Millionen US-Dollar von Spotify sowie drei großen Plattenfirmen erhalten. Zusammengerechnet belaufen sich die Strafzahlungen nun auf über 340 Millionen US-Dollar. Die Association of American Publishers (AAP) begrüßte das Urteil ausdrücklich – es stelle klar, dass auch der Einsatz solcher Seiten als Trainingsdaten für KI als Urheberrechtsverletzung gelte. Da die Betreiber von Anna’s Archive bislang anonym blieben und häufig Domains wechseln, bleibt die tatsächliche Durchsetzbarkeit fraglich; dennoch sehen Verleger in dem globalen Verbot ein wichtiges Abschreckungsmittel.