Jensen Huang, CEO von NVIDIA, erklärte am Mittwoch in einem Exklusivinterview mit CNBC nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen, dass NVIDIA den chinesischen Markt für KI-Chips „im Grunde aufgegeben“ habe und ihn damit Huawei überlasse. Er sagte: „Die Nachfrage in China ist enorm – Huawei ist äußerst stark.“ Was eine Rückkehr nach China angeht, äußerte sich Huang skeptisch: „Ich hege keinerlei Erwartungen“, und riet Investoren, sich hinsichtlich der Genehmigungen für Ausfuhren „keine Hoffnungen zu machen“. Gleichzeitig betonte er jedoch, dass NVIDIA bereit wäre, den Markt wieder zu bedienen, sobald die Voraussetzungen gegeben seien – schließlich ist das Unternehmen bereits seit fast drei Jahrzehnten in China aktiv.
Zum Hintergrund: Anfang dieses Monats genehmigte die US-Regierung NVIDIA den Verkauf von H200-Chips an zehn chinesische Technologieunternehmen, darunter Alibaba und Tencent. Laut Berichten kam die tatsächliche Lieferung jedoch aufgrund von Eingriffen Pekings zum Stillstand. Bisher steuerte China mehr als ein Fünftel der Gesamterlöse aus dem Bereich Rechenzentren bei. Inzwischen füllt der Ascend 950PR-Chip von Huawei diese Lücke rasch aus; für 2026 wird ein Umsatzwachstum im KI-Chipgeschäft von über 60 Prozent auf rund 12 Milliarden US-Dollar erwartet. Morgan Stanley prognostiziert, dass bis 2030 einheimische chinesische Firmen 86 Prozent des Marktes kontrollieren werden.