Laut einem exklusiven Bericht der „Wall Street Journal“ vom 21. Mai wird Anthropic im zweiten Quartal 2026 (bis Ende Juni) einen Umsatz von 10,9 Milliarden US-Dollar erzielen – das entspricht einem Anstieg von rund 127 % gegenüber den 4,8 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal sowie einem Zuwachs von 130 % im Jahresvergleich. Zum ersten Mal wird das Unternehmen auch einen operativen Gewinn verzeichnen; dieser soll etwa 559 Millionen US-Dollar betragen, was einer jährlichen Umsatzprognose von rund 43,6 Milliarden US-Dollar entspricht. Diese Zahlen wurden veröffentlicht, während Anthropic gerade eine neue Finanzierungsrunde durchführt; Experten gehen davon aus, dass das Unternehmen nach Abschluss dieser Runde eine höhere Bewertung als OpenAI erhalten wird.
Zudem weist die „Wall Street Journal“ darauf hin, dass Anthropic derzeit mit erheblichen Rechenkapazitätsengpässen zu kämpfen hat. Infolgedessen mussten bestimmte Kunden auf Geschwindigkeitsbegrenzungen bei den Dienstleistungen eingestellt werden, weshalb einige Nutzer kurzfristig zu Konkurrenten abwanderten. Um dieses Problem zu lösen, erhält Anthropic mittlerweile Rechenleistung von den Supercomputer-Clustern Colossus 1 und Colossus 2 des von Elon Musk geführten Unternehmens xAI; die monatlichen Kosten dafür belaufen sich laut Berichten auf rund 1,25 Milliarden US-Dollar. Der Analyst Derek Thompson betonte, dass ein Jahresumsatz von 100 Milliarden US-Dollar oder sogar mehr für Anthropic durchaus realistisch sei, sobald ausreichend Rechenkapazität zur Verfügung steht. Nachdem der Umsatz im ersten Quartal von etwa 1,8 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf 4,8 Milliarden US-Dollar gestiegen war, verdoppelte er sich im zweiten Quartal erneut – ein klares Zeichen für die starke Nachfrage sowohl im Bereich Unternehmens-APIs als auch bei privaten AI-Abonnements.