HDMI 2.2 verdoppelt Bandbreite auf 96 Gbit/s und ermöglicht unkomprimiertes 4K bei 240 Hz – aber noch nicht aufrüsten

Das HDMI-Forum hat im Juni 2025 offiziell die HDMI-2.2-Spezifikation veröffentlicht. Sie erhöht die maximale Bandbreite auf 96 Gbit/s – doppelt so viel wie HDMI 2.1 – und nutzt dazu eine aktualisierte Übertragungstechnologie namens FRL2. Die neue Spezifikation ermöglicht unkomprimiertes 4K-Video mit bis zu 240 Hz, unkomprimiertes 8K mit 60 Hz und – mit Chroma-Subsampling – 4K mit 480 Hz. Dank weiterhin verfügbarer Kompression unterstützt die Spezifikation noch extremere Modi wie 1440p mit über 1000 Hz. Rob Tobias, CEO von HDMI Licensing Administrator, erklärte gegenüber ARMdevices auf der Computex 2026, dass Chip-Hersteller noch in diesem Jahr mit der Bemusterung von FRL2-Silizium beginnen sollen, die ersten kompatiblen Produkte werden für 2027 erwartet.

Die tatsächliche Verbreitung dürfte jedoch langsam und ungleichmäßig erfolgen. HDMI 2.2 wird in mehreren Bandbreitenstufen ausgerollt – 64 Gbit/s, 80 Gbit/s und 96 Gbit/s – und die Zertifizierung erfordert nicht das Erreichen der Höchstgeschwindigkeit. Das bedeutet, dass zwei Geräte, die beide mit „HDMI 2.2“ gekennzeichnet sind, sehr unterschiedlich abschneiden könnten. GPU-Unterstützung wird frühestens Ende 2027 erwartet, und die frühe Verfügbarkeit wird auf Premium-Hardware beschränkt sein. Im PC-Bereich liefert DisplayPort 2.1 bereits bis zu 80 Gbit/s und bleibt die bevorzugte Schnittstelle für High-End-Monitore, während die Lizenzkosten die Einführung von HDMI 2.2 verlangsamen könnten. HDMI behält seinen Vorteil in Wohnzimmer-Ökosystemen durch Funktionen wie ARC, CEC und ALLM; HDMI 2.2 fügt ein Latenzanzeigeprotokoll (Latency Indication Protocol, LIP) hinzu, das die Audio-Video-Synchronisation mit Soundbars und AV-Receivern verbessern soll. Für die meisten Anwender ist die Spezifikation eher eine Grundlage für zukünftige Hardware als ein Grund, jetzt aufzurüsten.

TechSpot