Der CEO von Qualcomm, Cristiano Amon, sagte am 16. Juni in einem Interview mit dem CNBC-Podcast „The Tech Download“, dass KI-Agenten zu einer neuen Art von App werden und nach und nach die traditionelle Art der Interaktion zwischen Nutzer und Gerät ersetzen würden. Er verriet, dass Qualcomm derzeit an über 40 neuen KI-Hardware-Designs arbeite, die von Smart Glasses und Smart Jewelry über Kopfhörer mit integrierter Kamera und tragbare Ansteckgeräte bis hin zu Smartwatches reichten. Diese Geräte würden den ausgewählten KI-Agenten als zentrale Schaltstelle nutzen und alltägliche Aufgaben für den Nutzer automatisch erledigen, ohne dass herkömmliche Apps geöffnet werden müssten. Die Formfaktoren seien „sehr, sehr vielfältig“, so Amon im Interview. Besonders optimistisch zeigte er sich hinsichtlich der Zukunftsaussichten von Smart Glasses: Die aktuellen Auslieferungen lägen bereits bei „mehreren zehn Millionen Stück“ und er erwarte, dass diese Zahl „in den nächsten Jahren“ auf „mehrere hundert Millionen Stück“ steigen werde, was in der Größenordnung mit Smartphones vergleichbar sei.
Amon bezeichnete 2026 als das „erste Jahr der KI-Agenten“. Der Wettbewerb verlagere sich seiner Ansicht nach von Betriebssystemen und App-Stores hin zur Frage, „welchen Agenten man wählt“. Dies werde die Vertriebs- und Kommerzialisierungslogik von App-Entwicklern und Dienstanbietern grundlegend verändern. Qualcomm stattet derzeit rund fünf Milliarden Geräte weltweit mit Chips aus. Mit dieser strategischen Neuausrichtung will das Unternehmen dem Markt signalisieren, dass es auf KI-Rechenleistung und energieeffiziente Architekturen auf dem Gerät setzt, um sich frühzeitig auf dem Markt für neuartige tragbare KI-Hardware jenseits von Smartphones zu positionieren. Gleichzeitig arbeitet Qualcomm mit Microsoft an der „Project Solara“-Chip-zu-Cloud-Plattform für das agentenbasierte Rechnen. Die Aktie von Qualcomm stieg am selben Tag um etwa vier Prozent.