Dashlane bestätigt: Hacker knackten 2FA mit Brute-Force und stahlen verschlüsselte Tresore von rund 20 Kunden

Der Passwort-Manager Dashlane gab am 2. Juni bekannt, dass Angreifer bei einem Cyberangriff am Wochenende auf etwa 20 Kundenkonten zugegriffen und dabei verschlüsselte Kopien ihrer Passwort-Tresore heruntergeladen haben. Das Unternehmen erklärte, die Angreifer hätten sein Zwei-Faktor-Authentifizierungssystem mit automatisierter Software geknackt, die schnell jede mögliche Zahlenkombination eingab, um kurzlebige 2FA-Codes zu erraten, bevor sie abliefen – so konnten sie neue Geräte auf bestehenden Konten registrieren und Tresor-Kopien herunterladen. Dashlane erklärte, es gebe keine Hinweise darauf, dass die eigenen Systeme kompromittiert wurden, hat aber nicht erläutert, warum die Ratenbegrenzung der 2FA den Angriff nicht blockieren konnte. Das Unternehmen gab an, Maßnahmen ergriffen zu haben, um das Risiko künftiger Vorfälle zu mindern, ohne diese Maßnahmen zu präzisieren, und informierte die etwa 20 betroffenen Kunden. Dashlane reagierte nicht auf die Anfrage von TechCrunch zur Stellungnahme und hat weder offengelegt, ob die Opfer gezielt ins Visier genommen wurden, wer den Angriff durchführte oder ob Lösegeldforderungen gestellt wurden.

Die gestohlenen Tresore sind verschlüsselt und können ohne das jeweilige Master-Passwort der Kunden nicht gelesen werden – Dashlane zufolge wird dieses nie im Klartext auf seine Server hochgeladen. Das Unternehmen warnte jedoch, dass Kunden mit schwachen oder leicht zu erratenden Master-Passwörtern einem erhöhten Risiko ausgesetzt seien, dass ihre Tresorinhalte entschlüsselt werden. Der Vorfall ist eine seltene, aber folgenreiche Kategorie von Sicherheitsverletzung für die Passwort-Manager-Branche: Im Jahr 2022 bestätigte LastPass, dass verschlüsselte Tresor-Backups gestohlen wurden, und in den Jahren danach dokumentierten Forscher und Sicherheitsjournalisten Fälle, in denen Angreifer die Master-Passwörter früher LastPass-Konten knackten, deren Verschlüsselung ältere, schwächere Standards verwendete, was zu erheblichen Kryptowährungsdiebstählen aus den gespeicherten privaten Schlüsseln der Opfer führte.

TechCrunch