Exklusiv: Laut Quellen entwickelt ByteDance eigene CPU-Chips – sowohl basierend auf Arm als auch RISC-V, berichtet Reuters

Laut einem exklusiven Bericht von Reuters vom 28. Mai arbeitet ByteDance daran, eigene zentrale Verarbeitungseinheiten zu entwickeln, um seine expandierende KI-Infrastruktur zu stützen. Dieser Schritt wird durch steigende Chippreise sowie anhaltende Lieferengpässe motiviert, die das Wachstum des Unternehmens bislang behindert haben. Der in Peking ansässige Konzern hat sich an mehrere externe Partner gewandt, die bei der Chipentwicklung sowie bei der Sicherstellung von Produktionskapazitäten helfen sollen. Laut Insidern prüft ByteDance derzeit parallel zwei verschiedene CPU-Architekturen – eine basierend auf dem von SoftBank kontrollierten Arm-Standard und eine auf dem Open-Source-Befehlssatz RISC-V –, um herauszufinden, welche Variante am besten den langfristigen Anforderungen seiner Rechenzentren entspricht. Das Projekt befindet sich noch in einem frühen Stadium; ByteDance lehnte eine Stellungnahme gegenüber Reuters ab. Diese Initiative spiegelt den allgemeinen Branchentrend wider: weg von reiner KI-Trainingsinfrastruktur hin zu Inferenzsystemen, bei denen Modelle komplexe Aufgaben ausführen müssen – dies erfordert deutlich mehr Leistung von CPUs, die gemeinsam mit Nvidias GPUs arbeiten.

Damit reiht sich ByteDance in eine wachsende Gruppe von Technologieunternehmen ein, die erkannt haben, dass die Vorteile maßgeschneiderter Hardware die damit verbundenen Entwicklungsaufwände überwiegen. Google, Amazon und Microsoft haben jeweils eigene CPUs für ihre Cloud-Infrastrukturen entwickelt; gleichzeitig haben Intel und AMD durch den genannten Engpass an Inferenz-CPUs an Bedeutung im KI-Rechenmarkt gewonnen. Für chinesische Firmen verkomplizieren zudem US-Exportbeschränkungen den Zugang zu Nvidias fortschrittlichsten Chips die Situation zusätzlich. Bereits seit 2022 arbeitet ByteDance an eigenen Chipprojekten; 2024 kooperierte das Unternehmen mit Broadcom an einem speziellen KI-Chip. In einer separaten Meldung berichtete Bloomberg diese Woche, dass ByteDance einen Vertrag mit Qualcomm geschlossen habe, um Millionen von maßgefertigten KI-Chips für seine Agenten-Software „Dou+“ zu beziehen – die Produktion erfolgt dabei durch TSMC. Dies unterstreicht, wie diversifiziert ByteDances Strategien zur Chipbeschaffung sind.

Reuters