Laut dem „Wall Street Journal“ hat die Bundesstaatsanwaltschaft in Manhattan am Mittwoch Strafanzeige gegen den Google-Softwareingenieur Michele Spagnuolo wegen Betrugs und Geldwäsche erhoben. In der Anklage heißt es, der 36-jährige in Zürich ansässige Spagnuolo habe von Oktober bis Dezember vergangenen Jahres geschätzte 2,7 Millionen US-Dollar in Wetten auf das Thema „Person mit den meisten Google-Suchanfragen im Jahr 2025“ auf der Prognosemarktplattform Polymarket investiert – dabei nutzte er vertrauliche Suchdaten von Google. Am Ende erzielte er einen Gewinn von rund 1,2 Millionen US-Dollar. Auf Polymarket nutzte er das Benutzerkonto „AlphaRaccoon“. Laut Anklage waren diese internen Daten nur für „eine kleine Gruppe Mitarbeiter“ zugänglich; sie zeigten, dass sowohl der Musiker Kendrick Lamar als auch d4vd zu den Top 5 der Suchstatistik gehörten. Als Spagnuolo auf d4vd setzte, lag die Wahrscheinlichkeit laut Marktprognosen bei nahezu Null. Spagnuolo erschien vor einem Bundesrichter; nachdem er eine Kaution in Höhe von 2,25 Millionen US-Dollar hinterlegt hatte, wurde er freigelassen. Google teilte mit, er sei vom Dienst suspendiert worden und das Unternehmen kooperiere vollständig mit den Ermittlungen.
Dies ist bereits die zweite Klage wegen Insiderhandels gegen Polymarket, die von der Staatsanwaltschaft in Manhattan eingeleitet wurde. Im Vormonat hatte die Behörde bereits einen Soldaten der US-Armee wegen ähnlicher Vorwürfe angeklagt – er hatte vertrauliche Informationen über geplante Militäraktionen gegen den ehemaligen venezolanischen Präsidenten Maduro genutzt, um illegal zu wetten. Ein Google-Sprecher betonte, der Angestellte habe lediglich Marketing-Tools benutzt, die allen Mitarbeitern offenstehen; „die Nutzung vertraulicher Informationen für Wetten verstößt jedoch eindeutig gegen unsere Richtlinien.“